Elektroschrott

Bereits seit dem Jahr 2018 gelten in Deutschland für den Bereich der Entsorgung von Elektroschrott neue Regelungen. Diese sehen vor, dass es grundsätzlich verboten ist, Elektroschrott einfach im herkömmlichen Hausmüll zu entsorgen. Vielmehr sind lokale Elektronikmärkte und Onlineshops unter bestimmten Voraussetzungen dazu verpflichtet, die ausgedienten Geräte zurückzunehmen.

Im Rahmen einer professionellen Entrümpelung & Haushaltsauflösung wird für Verbraucher sichergestellt, dass die Entsorgung von dabei anfallendem Elektroschrott nach den gesetzlichen Regelungen erfolgt. Was sie jedoch berücksichtigen müssen, wenn sie alte Elektrogeräte in Eigenregie entsorgen möchten und welche Tipps dabei hilfreich sind, erklärt der folgende Beitrag.

Entsorgung von Elektroschrott – Grundlegendes

In Form ausrangierter Elektronik- und Elektrogeräte besteht für den kompletten Handel in Deutschland die Pflicht zur Rücknahme. Von dieser Regelung sind seit dem Jahr 2018 ebenfalls Produkte mit integrierter Elektronik, wie etwa blinkende Turnschuhe oder elektrisch justierbare Schreibtische, sowie Lampen betroffen. In das Gesetz ist nicht nur der stationäre Einzelhandel eingeschlossen, sondern ebenfalls Händler im Internet, sofern diese eine Verkaufs- beziehungsweise Lager- und Versandfläche aufweisen, die größer als 400 Quadratmeter ist.

Händler müssen die ausgedienten Geräte jedoch nur dann kostenfrei zurücknehmen, wenn die Kunden bei ihnen gleichzeitig Neuware kaufen. Dies gilt jedoch nur, wenn es sich um große Elektrogeräte handelt. Kleine Geräte müssen im Gegensatz dazu immer vollkommen bedingungslos zurückgenommen werden. Zu dieser Kategorie zählen Geräte mit einer Kantenlänge von weniger als 25 Zentimetern, wie elektronische Zahnbürsten, Rasierer oder Smartphones.

Eine sachgerechte Entsorgung von Elektroschrott ist für Bürger in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Geregelt wird dies durch das bereits seit langer Zeit bestehende Elektrogesetz. Durch dieses wird eine Richtlinie der EU umgesetzt, die vorgibt, dass im Bereich des Elektromülls 65 Prozent recycelt werden müssen. Besonders in vielen alten Elektrogeräten sind nämlich gefährliche oder sogar wertvolle Stoffe zu finden. Eine Wiederverwertung dieser ist nur möglich, wenn sich die Entsorgung der Geräte sachgemäß gestaltet. Im Zuge dieser findet eine Isolierung und Aufbereitung von giftigen und gefährlichen Stoffen statt. Beispielsweise sind in den Platinen der elektronischen Geräte unter anderem Blei, Zinn, Kupfer, seltene Erden und Gold enthalten.

Idealerweise soll sich die Sammelquote von Altgeräten von Unternehmen auf 65 Prozent belaufen. Für sie besteht dabei eine Informationspflicht, in deren Zuge öffentliche Informationen darüber, welche Anzahl an Altgeräten gesammelt und welche Menge an Rohstoffen wieder in den natürlichen Kreislauf überführt wurden, bereitgestellt werden müssen.

Hilfreiche Tipps für die Entsorgung von Elektroschrott

Überlegungen vor dem Neukauf

Das ideale Szenario gestaltet sich selbstverständlich so, dass erst gar kein Elektroschrott entsteht. Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie vor jedem Kauf eines Gerätes, der in Erwägung gezogen wird, abwägen sollten, ob sie dieses tatsächlich benötigen, wie lange sie es nutzen werden und ob nicht eventuell die Möglichkeit besteht, stattdessen ein bereits vorhandenes Gerät weiterhin zu nutzen.

Daneben wird die Lebensdauer von Elektrogeräten ebenfalls durch den Kauf von gebrauchten Waren wesentlich verlängert und der entstehende Elektroschrott dadurch maßgeblich reduziert.

Elektrogeräte erkennen

Daneben ist es sinnvoll, zu definieren, wodurch sich Elektronikgeräte, die in Zukunft zu Elektroschrott werden, eigentlich auszeichnen. Grundsätzlich gilt in diesem Zusammenhang die Faustregel, dass sämtliche Geräte, die mit einem Akku, Batterien oder einem Stromkabel betrieben werden, zu den elektrischen Geräten zählen und somit nicht einfach im normalen Hausmüll entsorgt werden können.

Davon sind außerdem auch Lichtschalter oder Steckdosen betroffen. Aktuelle Elektrogeräte können darüber hinaus an einem aufgebrachten Symbol in Form einer durchgestrichenen Mülltonne erkannt werden, welches bedeutet, dass hier eine fachgerechte Entsorgung nötig ist.

Entsorgung von Akkus und Batterien

Im Übrigen dürfen selbstverständlich auch einzelne Akkus und Batterien nicht im Hausmüll entsorgt werden. Diese enthalten nämlich Stoffe, wie Quecksilber, Cadmium und Blei, welche giftig sind. Daneben finden sich in diesen Bauteilen jedoch oft auch Metalle, die bei einer achtlosen Entsorgung einfach verloren gehen würden.

Die Entsorgung von Batterien gestaltet sich jedoch kaum kompliziert, da nahezu jeder Drogeriemarkt in Kassennähe eine Kiste für Altbatterien bereithält. Akkus müssen dagegen zu einem Wertstoffhof gebracht oder bei Elektrohändlern abgegeben werden.

Sperrmüll und Entsorgung auf Wertstoffhöfen

Unabhängig davon, ob es sich um Fernseher, Monitore, Lampen, ausgediente Handys oder Küchengeräte handelt – privater Elektroschrott kann am einfachsten auf lokalen Wertstoffhöfen entsorgt werden.

Daneben besteht jedoch ebenfalls die Möglichkeit, eine Abholung von Sperrmüll anzumelden. In diesem Fall werden Elektrogroßgeräte durch den kommunalen Entsorgungsbetrieb abgeholt. Neben Trocknern, Waschmaschinen, Fernsehern, Gefrier-  und Kühlgeräten, Geschirrspülmaschinen, Herden und Öfen gehören auf den Sperrmüll auch Lampen. In der Regel fallen für die Abholung und die Entsorgung keinerlei Kosten an. Jedoch werden kleine Elektrogeräte in den meisten Fällen nicht mitgenommen.

Keine Lagerung von alten Geräten

Wird ein neues Elektrogerät angeschafft, heben viele Verbraucher ihre alten Geräte noch auf und verstauen diese in einer Schublade, da sie eigentlich noch einwandfrei funktionieren. Wird der Ersatz im Laufe der Zeit dann jedoch überflüssig, wird dieser weggeworfen.

Allerdings kommt es bei Geräten, die mit einem Akku ausgestattet sind und lange Zeit nicht mehr in Benutzung waren, zu einer Tiefenentladung. Werden sie über einen langen Zeitraum nicht benutzt, gehen diese so kaputt – zu Elektroschrott werden sie so vor allem durch das unnötige Aufheben.

Verkauf von gebrauchten Elektrogeräten

Daher besteht eine wesentlich bessere Lösung darin, sich direkt von allen Dingen, die nicht mehr benötigt werden, rigoros zu trennen. Der Verkauf von gebrauchten Elektrogegenständen ist so beispielsweise auf Flohmärkten oder den gängigen Plattformen im Internet, wie eBay oder Refurbed, möglich.

Eine noch bessere Alternative zu der achtlosen Entsorgung von ausgedienten Elektrogeräten stellt es jedoch dar, noch einwandfrei funktionierende Geräte zu spenden oder über soziale Netzwerke beziehungsweise den eigenen Bekanntenkreis zu verschenken. Im Internet sind in diesem Zusammenhang auch zahlreiche Organisationen zu finden, welche das Verschenken der Elektroartikel für ihre ehemaligen Besitzer übernehmen. Vielleicht besteht jedoch auch die Möglichkeit, Gegenstände zu tauschen. Auch für dieses Vorhaben stehen spezielle Plattformen zur Verfügung.

Reparatur von elektronischen Geräten

Grundsätzlich handelt es sich nicht bei allen elektrischen Gegenständen, die keine einwandfreie Funktion mehr aufweisen, zwangsläufig um Elektroschrott. Oft lassen sich die Defekte schließlich mit nur einem geringen Aufwand wieder beheben.

Empfehlenswert ist es daher auch, Reparaturen von defekten Geräten in Erwägung zu ziehen, um auf einen Neukauf verzichten und so die Umwelt und ihre Ressourcen schonen zu können. Für Smartphones finden sich beispielsweise sowohl lokal als auch online zahlreiche professionelle Reparaturwerkstätten, welche die Handys zu attraktiven Preisen wieder reparieren.

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